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Schloss Philippsburg
Schloss Philippsburg in Niederwürzbach
Außergewöhnlich waren die gläsernen Dächer des Schlosses, die sich auf dem großen Saal und als Abschluss der Kuppel auf dem Festsaal befanden. Was heutzutage alltäglich und unspektakulär ist, war um 1782 eine bautechnische Sensation. Vor allem die Kombination mit gusseisernen Traggliedern nahm das vorweg, was man heute landläufig als Glas- und Stahlkonstruktion bezeichnet. Die Verwendung von Gusseisen und Glas war jedoch Ende des 18. Jahrhunderts nicht ganz neu. Man kannte die Kombination, allerdings ausschließlich in Verwendung für den Bau von Gewächshäusern. Und hier waren es nicht die Dächer, die verglast waren, sondern die nach Süden ausgerichteten Wände, die zwecks besserer Ausbeute des Sonnenlichtes geneigt waren. Insofern waren die Dächer der Philippsburg in dieser Verwendung ein absolutes Novum.
Ermöglicht wurde dieser Materialeinsatz durch die in der Grafschaft befindlichen Industrien, vor allem den Glashütten und dem Eisenwerk in St. Ingbert, dass ebenfalls zur Grafschaft Blieskastel gehörte. Das Dach des "gläsernen Saales" ruhte auf sechs gusseisernen Säulenpaaren, die gusseiserne Sparren trugen. Auf ihnen lagen die Glastafeln auf, die zum Schutz gegen Zersplittern ein Drahtgeflecht enthielten. Es ergab sich so quasi eine dreischiffige Gliederung des Saales, dessen Seitenwände keinerlei Fenster besaßen. Die Belichtung erfolgte indirekt über das Dach, eine Situation, wie sie seit dem 19. Jahrhundert im Museumsbau eingesetzt wurde. (1)
Schloss Pettersheim
Schloss Pettersheim in Herschweiler-Pettersheim